Draussen ist heute wieder wunderschönes Herbstwetter (der Winter lässt noch auf sich warten) und ich kann von meinem
Schreibtisch aus direkt in die Natur schauen. Hier sitze ich mit Pausen seit 7.00 Uhr (mir selbst unerklärlich an einem komplett
terminfreien Samstag:-)) und plane und bastele an meinen Yogaangeboten für die nächsten Wochen.

Lockdown 2.0 – bitte nicht schon wieder

Ganz ehrlich: Nach der Verkündung der Lockdown-light-Verordnungen für die Zeit bis Ende November (also für vier Wochen) war ich ziemlich
geschafft. Ganz yogiuntypisch sauer, traurig, deprimiert und einfach kurz davor, alles hinzuwerfen und nach irgendwohin auszuwandern. Nach
einer Nacht darüber schlafen ging’s dann langsam wieder:-)). Die Aussichten, die nächsten Monate vielleicht kein Yoga mehr live geben zu
können, sind keine Option für mich, daher habe ich mich ohnehin schon seit zwei Wochen mit Yogastunden via Zoom beschäftigt (an dieser
Stelle lieben Dank an die Freiwilligen, die mich dabei begleitet haben, mit mir durch diverse Technikproblemchen, Sprechpausen und Blue
screens gegangen sind). Das hat mir wirklich sehr geholfen, dass ich alle Eventualitäten mit Euch üben durfte. Die nächsten Yoga-Einzel-ich-kümmere-mich-nur-um-Dich-Stunden sind fest reserviert für Euch!

Raus aus der Wartestellung

In meinen Yogakursen letzte Woche haben wir uns eine Affirmationgesetzt, die ich gerne mit Dir teilen möchte (wenn Du magst:-)):
Nämlich den Moment zu leben und zu geniessen, die Wartehaltung zu verlassen, in der man viel zu lange gesteckt hat, nicht für Ende November, bis zum nächsten Regierungstreffen oder den nächsten Verordnungen zu planen, sondern im Hier und Jetzt das an- und mitzunehmen, was da ist. Mit allem, was dazu gehört – Schönem und Traurigem, Zusammensein und manchmal auch Isolation, herzerwärmenden Momenten und spontanen Treffen, mehr bei sich selbst zu sein und weniger im Außen. Was für eine ganz besondere Zeit, in der wir alle gerade leben!

Ich würde mich nicht als besonders technikaffin bezeichnen und habe seit meiner Selbstständigkeit vor knapp zwei Jahren gefeiert, dass ich nicht mehr so viel im Büro, in irgendwelchen Meetingräumen und am Laptop sitzen muss wiefrüher. Nicht gefeiert habe ich vor einigen Wochen die Aussicht, Yoga, der für mich soviel mit Kontakt, mit persönlicher Energie und dem Austausch mit meinen Yogis in der Gruppe zu tun hat, ausschliesslich online zu unterrichten. Ich bin vor Yogalehrerin geworden, weil ich gerne etwas mit menschlichem Kontakt, mit Stimme, Hand und Herz machen wollte. Und jetzt? Dennoch –  wie für viele Situationen und Dinge gilt auch hier: Probier` es einfach mal aus, was ist das Schlimmste, was passieren kann? Zoom stürzt ab, die Kamera fällt aus, die Schüler kommen nicht, die Schüler sehen Dich nicht, es macht niemandem Spass, alle klinken sich noch vor Kursende wieder aus, etc. etc. – Gedankenkarussell…

Nicht physisch zusammen & dennoch verbunden

Zusammengefasst nach den ersten Online-Wochen: Youtube Star werde ich wohl nicht mehr, aber dennoch: Ich freue mich bei meinen Online-Yogastunden immer so sehr, viele liebe Menschen (auch mehrmals pro Woche) beim Yoga zu sehen. Oft zusammen mit anderen, manchmal mit Kindern, Freundinnen, Partnern, der Nachbarin oder dem Nachbarn. Und ich habe mich unendlich auch darüber gefreut, herzliche und inspirierende Menschen, die mit uns wundervolle Tage bei unseren Yogaretreats verbracht haben, am anderen Ende des Bildschirms auf ihrer Yogamatte zu sehen. Lasst uns verbunden bleiben, auch wenn wir im Moment nicht den physischen Raum teilen und Matte an Matte im Yogaraum sind. Dennoch praktizieren wir gemeinsam und schaffen und teilen diesen space während unserer Praxis miteinander. In der trubeligen und etwas verrückten Zeit, in der wir uns gerade befinden, ist Innenschau und Verbundenheit wichtiger denn je geworden.

Danke, Ihr Lieben, dass Ihr dabei seid!

 

 


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